Kundenrezensionen


                                          

 

Buchrezension „Frankly in Love“

Frankly in Love“ ist ein Roman von David Yoon und ist 2020 im cbj Verlag erschienen. Die Handlung spielt 2019 in Amerika.

Frank Li ist in Kalifornien geboren, hat aber koreanische Wurzeln. Seine Eltern sind beide waschechte Koreaner, die nach Kalifornien auswanderten. Seine Eltern haben sich dort ein neues Leben aufgebaut und haben Frank somit eigentlich alles ermöglicht. "Eigentlich", weil er nur koreanische Mädchen Daten darf, sich aber in eine „weiße“ verliebt hat. Frank ist nicht der einzige mit dieser Vorschrift, seine Kindheitsfreundin Joy Song ist mit einem Chinesen zusammen. Sie schließen einen Pakt: damit ihre Eltern nichts von der verbotenen Beziehung mitbekommen, spielen sie ihnen eine Fake-Beziehung vor und treffen sich dann immer mit der richtigen Beziehung. Was kann da schon schief gehen?

David Yoon schreibt die Geschichte aus der Sicht von Frank, seine Gefühle sind hierbei Zentral, weil er keine Ahnung hat was Liebe ist und sich nicht falsch entscheiden und somit jemanden verletzen möchte. In dem Buch lernt man sehr viel über die koreanische Kultur und sogar ein paar koreanische Wörter. Das Buchcover alleine läd schon zum Lesen ein, weil es sehr schön gestaltet ist und der Titel verspricht eine Liebesgeschichte mit ein paar großen Problemen.

Was mich ein bisschen beim Lesen irritiert hat, war die Sprache von Franks Eltern, die halt nur gebrochen Englisch sprechen können und somit halt keine richtigen Sätze bilden konnten. Die Geschichte wurde mit Humor und trockenen Sarkasmus erzählt, ohne dass es übertrieben und nervig wurde. Die Spannungskurve ist immer da, sehr oft passiert was total unerwartetes und man kriegt selber einen kleinen Schock. Der Leser kann also das ganze Buch über mitfiebern.

Das ganze Buch ist eigentlich richtig super, nur der Schluss ist nicht so gut geworden, weil da der Bogen mit Franks Eltern ein bisschen überspannt wird, so dass die Eltern immer mehr in den Vordergrund rücken und die eigentliche Geschichte in den Hintergrund gedrängt wird. Was ich sehr schade finde.

Das Buch wird auf jeden Fall diejenigen ansprechen, die einen spannenden und nicht so kitschigen Liebesroman suchen.

Für mich ist das Buch auf jeden Fall einen Kauf wert, da man eine Menge lernen kann und gleichzeitig noch eine neue Kultur kennenlernt. Trozdem ist es noch eine Liebesgeschichte. Die Handlung wird umgangssprachlich erzählt und so ist es gut für Jung und Alt geeignet. Da das Buch auch mit viel Humor erzählt wird, wird man einfach in den Bann gezogen und man kann nicht aufhören zu Lesen.

Von Lia Zinke

 


                                                    The Haven - Im Untergrund

 

Rezension: The Haven – Im Untergrund von Simon Lelic

 

The Haven – Im Untergrund“ ist ein Roman von Simon Lelic und ist 2020 im Loewe Verlag erschienen. Die Handlung spielt im Hier und Jetzt. The Haven ist eine alte Bibliothek in London, was die Erwachsenen nicht wissen: unter der scheinbar verlassenen Bibliothek ist ein geheimer Zufluchtsort für Flüchtlingskinder, Straßenkids und Waisen entstanden. Doch der Haven ist anscheinend doch nicht so geheim, wie gedacht. Ollie Turner und seine neuen Freunde versuchen zu retten was noch zu retten ist, denn sie schweben in Lebensgefahr.

 

Die Geschichte wird aus der Sicht von Ollie erzählt und es wird sehr gut dabei dargestellt, wie sich sein Leben innerhalb von 24 Stunden komplett auf den Kopf stellt. Man kann zu keinen Moment im Buch behaupten, dass es irgendwie langweilig ist, weil es schon in den ersten Sätzen mit der brutalen Verschleppung von Ollie und seiner Ersatzmutter Nancy anfängt. Von da an hört die Spannungskurve nicht auf, weil ein Ereignis das nächste jagt. Was mich ein wenig irritiert hat war, dass für alle möglichen Aufgaben nur Kinder und Jugendliche zuständig waren, vom Unterrichten bis hin zur IT-Technik und sie sich wie „Erwachsene“ um jedes Problem gekümmert haben. Ich fand es ein wenig unrealistisch, wie Simon Lelic die Probleme löst.

Jeder Charakter hat etwas einzigartiges und persönliches an sich, die Computerexpertin sitzt im Rollstuhl und der Anführer hat quer über das Gesicht eine Narbe. Die „Böse“, Maddy Sikes, war irgendwie sehr klischeehaft. Sie wird als Wahnsinnige dargestellt, die gerne Leute umbringt, Leichen zählt und den Tod verehrt. Ihre Beweggründe, London völlig untergehen zu lassen, sind nicht wirklich nachvollziehbar.

 

Das Buch wird jüngere Leser ansprechen, da die Handlung gleich von der ersten Seite an fesselt, sehr actionreich und spannend ist. Für mich ist das Buch einen Kauf wert, auch wenn die Handlung nicht sehr tiefgründig ist. Wer ein kurzweiliges, spannendes Buch sucht, liegt mit „The Haven“ auf jeden Fall richtig. Die nachfolgenden Bücher würde ich auch lesen, da das Buch ein offenes Ende hat und ich gerne wüsste wie es weiter geht.

 

Von Lia Zinke